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Geschichten von Erinnerung
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Auf dem Fundament
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Geht’s mir gut, kann ich himmelwärts aufragende Gebäude besser ertragen. Will ich mich mutig denken, steh‘ ich mit einem Lächeln daneben. Bekommt das Bild aber Realität, brauch‘ ich einen Baum und darüber ein zartes Wolkengebilde.
Besser geht’s sicher, ist Sonne da. Manchmal bin ich hier exakt in dem Augenblick, wo der Ball aufgeht. Dann bricht der gold-grüne Sonnenbaum hervor.
Im Winter fehlen die Blätter, nun drumherum Grau. Alles läuft jetzt anders.
An dieser Stelle muss man seine Füße dann geradeaus hart antreiben, den Blick im Takt nach links und rechts bewegen.
Für Außenstehende mag das komisch klingen. Nur gut, hier laufen ja keine fremden Leute rum. Man ist mit seinen Gedanken meistens allein.
Sommers wie winters hat man im Kopf manch‘ schlimme Geschichte von großen Gebäuden mit Menschen drin. Auch im Frühjahr und Herbst kann das so sein.
Diese Gedanken sind da, sie brauchen kein Datum. Vielleicht wär‘s anders, würden sich große Gebäude und Menschen ihrer eigenen Geschichte mutig stellen und überzeugende Aufarbeitung leisten. Auch wenn Gebäude laut läuten, Menschen ändert das nicht!
Millionen Menschen, ihr unermessliches Leid, kann man’s für sich selber bildlich machen? Versucht man’s mal, dreht sich das Herz gleich um. Hier sollte man sich nicht verhaken und dann stehen bleiben. Aber wie geht man damit angemessen um?
Das Wissen über unsere dunkle Geschichte ist schon viele Jahrzehnte alt konserviert. Wir, die Kinder, die Enkel, wir leben jetzt und tragen Verantwortung für unsere Zeit! Dazu gehört ein bewusster Umgang mit unserer Vergangenheit.
Ja, Menschen sollten sich stets gut an ihre Vergangenheit erinnern können. Dafür muss man viel tun. Aufwand betreiben. Sichtbar machen. Die Einzelperson, die sog. Öffentlichkeit und der Staat, alle sind gefragt. Wir Nachgeborene können uns nicht aus unserer Verantwortung drücken, wir dürfen nicht vergessen.
Wegdrücken und Vergessen, beides wollen wir doch nicht! Vergangenheit mit all ihren Facetten ist mitten unter uns, vieles davon existiert offen und lebendig! Wir müssen Kante zeigen.
Ist das schon angemessene Bewältigung? Es braucht doch immer starke Menschen, Persönlichkeiten, die allgemeine Werte überzeugend leben können. Wir sind geradezu auf sie angewiesen!
Wie könnte ein allgemeiner Ratschlag aussehen?
Mitgefühl und Mut, beides leben und zeigen. Diese Formel gilt immer!
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Hinweis
Margot Friedlander: Versuche, dein Leben zu machen.
Nikolaus Leytner (Regie): Die Kinder der Villa Emma (Drama, 2016)
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(Für konstruktive Kritik:
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