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Hier lebt ein Rotkehlchen!

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Jeden Menschen keinen Stöcker!

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Wir nannten ihn Stöcker. Dieser Namen war für ihn genau richtig.  Ihn und seine beeindruckenden Geschichten drumherum haben wir auch  in unseren Leben mitgenommen.

Menschen treffen wohl eher selten auf so eine nicht ganz vollkommene, kleinstbeeindruckende Erscheinung, könnte man meinen. Denn spricht man mit anderen Leuten vom Stöcker, wird man schnell überrascht. Haben doch einige unter uns so einen Stöcker in unmittelbarer Umgebung erleben können!

Wer, was ist nun ein Stöcker? Ein Stöcker ist ein Einbeinrotkehlchen. Es wurde von uns so benamt, weil es sein anderes dünnes Stockbeinchen irgendwo hat liegenlassen müssen. Sicher war das Tierlein hier in großer Not und ist mit Mut, List und Tücke mit dem Leben davongekommen und kann nun ganz ohne Griesgram die gestellten Lebensaufgaben bemeistern.

Ja, für uns ungebildeten Halbornitholgen kam dieses so gezeichnete Vögelein den von der Natur zugewiesenen Aufgaben vollkommen nachgehen! Ganz sicher war das für uns Kinder mit unserer naiv treffend ausgestatteten Beobachtungsgabe so. Für uns präsentierte der Vogel am Futterplatz seinesgleichen selbstbewusst. Wie selbstverständlich hat er doch andere hier für sich arbeiten lassen. Er blieb relativ sicher und ruhig auf der Erde unterhalb der Futterquelle stehen, um sich so auf direkten Weg von den Körnern segnen zu lassen und sich dann schnell vollzupicken.  

Und nun? Jetzt gibt es die schönsten Herbsttage für Menschen und Vögel. Man kann in  Sommerkleidung draußen sitzen, einen Kaffee trinken, ein Stückchen Kuchen essen. Man kann auch nachdenken – will man. Man kann sich aber auch leicht dankbar gebären. Wird man dann doch ganz ruhig und hört selbstversichert in’s eigene Leben hinein. Dann kann es sogar sein, man hört gar nichts mehr. Ist doch eine samtartig, lilagefärbte Luft für Kopf und Herz reinigend da. Und das gelingt ganz sicher, gebärdet sich der eigene Lebensduft zimtartig lieblich.

Aber das Beste daran doch, man teilt alles mit einem unversehrten Rotkehlchen. Das hört sich doch gut an, stimmt aber nicht ganz so. Hat doch ein Rotkehlchen was Starkes von Frührungspersonalität und kann seinen Schnabel einfach nicht immer ganz still halten.

Wie schön es im Herbst doch vor sich leise hinpiepsen kann, wie zart das klingt, wie’s einen mitten im Herz trifft. Wie’s einen doch besser macht!

Man kann nach so einer Erfahrung nun getrost behaupten, Rotkehlchen können Menschen glücklich und froh machen. Vielleicht muss man das aber auch etwas einschränken und sagen, wenn denn der Mensch eine rote Ader für Rotkehlchen hat, und wenn er’s denn auch exakt so haben will!  

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Hinweis:  Auch ein Wilhelm Busch tut stets  gut!

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft,
wipp, wipp!
hat sich ein Beinchen abgezupft,
knipp, knipp!
läßt sich zum klaren Bach hernieder,
tunkt’s Schnäblein ein und hebt sich wieder,
stipp stipp, nipp nipp!
und schwingt sich wieder
in den Flieder.
Es singt und piepst ganz allerliebst,
zipp zipp, zipp zipp trill!
sich eine Abendmelodie,
steckts Köpfchen dann ins Federkleid
und schlummert bis zur Morgenzeit.

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(Für konstruktive Kritik:

info@glorias-lifestyle.de)